Einleitung
In der modernen Fahrzeugentwicklung zählen Bereiche im Umfeld des Radhauses sowie des Vorderwagens zu den anspruchsvollsten Zonen in Bezug auf die Bauraumintegration. Begrenzter Platz, die Einwirkung von Umwelteinflüssen sowie die Notwendigkeit, mehrere Ausstattungsvarianten abzudecken, stellen hohe Anforderungen an die Auslegung von Kabelbäumen und Montagekonzepten.
Im Rahmen dieses Projekts, das für einen Premium-Automobilhersteller durchgeführt wurde, wurden wir beauftragt, ein Montagekonzept für Kabelverbindungen (Splices) in diesem eng bebauten Bereich zu entwickeln – eines, das in unterschiedlichen Fahrzeugkonfigurationen eingesetzt werden kann, ohne Änderungen an der bestehenden Geometrie vorzunehmen.
Leistungsumfang
In der Anfangsphase umfassten die Arbeiten die Anpassung bestehender Kabelbäume aus einem früheren Projekt sowie deren Integration in die 3D-Fahrzeugumgebung. Dies bildete die Grundlage für die Entwicklung eines dedizierten Routing- und Montagekonzepts.
Unsere Tätigkeiten konzentrierten sich auf die Entwicklung einer stabilen und wiederholbaren Montagelösung für Kabelverbindungen (Splices), die im Bereich des Radhauses und des Vorderwagens positioniert sind.
Der Leistungsumfang umfasste:
- Entwicklung von Kunststoffhaltern zur Befestigung von Kabelverbindungen in definierten Fahrzeugzonen
- Auslegung eines Montagekonzepts, das mehrere Ausstattungsvarianten innerhalb einer Lösung unterstützt
- Sicherstellung einer korrekten Verlegung des Kabelbaums unter sehr beengten Platzverhältnissen
- Anpassung an die bestehende Fahrzeuggeometrie, ohne das Einbringen neuer Bohrungen oder Änderungen in kritischen Bereichen
- Optimierung der Befestigungselemente zur Verbesserung der Montagestabilität und Wiederholgenauigkeit
- Integration des Traktionskabelbaums mit dem Kabelbaum des elektrischen Klimakompressors (EKK) über einen dedizierten Kopplungspunkt, der auf einem zusätzlichen, speziell entwickelten Halter im Bereich des Radhauses montiert ist.
Während des gesamten Projekts wurde besonderer Wert auf die Skalierbarkeit gelegt – das entwickelte Konzept musste für zukünftige Modellanpassungen weiterhin adaptierbar bleiben.
Ergebnisse
Die entwickelte Lösung brachte klare Vorteile sowohl für die Montage als auch für den langfristigen Einsatz:
- erhöhte Zuverlässigkeit durch eine stabile und sichere Befestigung der Kabelverbindungen
- Montageflexibilität durch die Möglichkeit, ein einziges Konzept für mehrere Ausstattungsvarianten zu verwenden
- verbesserte Bauraumausnutzung und effiziente Nutzung des begrenzten Platzes im Bereich des Radhauses und des Vorderwagens
- skalierbares Design, das sich einfach auf zukünftige Fahrzeugmodelle übertragen lässt.
Das Konzept erwies sich als robust und blieb dabei vollständig kompatibel mit der bestehenden Fahrzeugarchitektur.
Zusammenfassung
Dieses Projekt zeigt, wie eine durchdachte mechanische und elektrische Integration komplexe Bauraumherausforderungen lösen kann, ohne die Systemkomplexität zu erhöhen. Durch den Fokus auf Wiederholgenauigkeit, Stabilität und Variantenkompatibilität lieferten wir ein Montagekonzept, das den aktuellen Anforderungen der Serienproduktion entspricht und zugleich für kommende Fahrzeuggenerationen vorbereitet ist.
Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie Erfahrung im Bereich automobiler Kabelbaumsysteme und der Komponentenkonstruktion in praxisnahe, produktionsorientierte Lösungen umgesetzt wird.